Kathrin Schmidt, Tilman Rammstedt und Felicitas Hoppe sind die Juroren des Literaturwettbewerbs open mike 2011. Die Jury ermittelt beim Finale im November drei Gewinner und vergibt Stipendien in der Gesamthöhe von 7.500 EUR. Ein Preis wird für Lyrik vergeben, zwei für Prosa. Mehr als 700 Einsendungen waren zu verzeichnen. 120 davon enthielten Gedichte. Sechs Lektoren machen sich nun an die Arbeit und wählen aus den anonymisierten Einsendungen bis zu 22 Nachwuchsautoren aus, die dann ihre Texte in Berlin dem Publikum und der Jury präsentieren. Die taz-Publikumsjury verleiht einen Publikumspreis, der einen Abdruck des Gewinnertextes in der Tageszeitung beinhaltet. Darüber hinaus produziert Deutschlandradio Kultur ein Feature über den Wettbewerb, die Gewinner und ihre Texte. Bestandteil des Preises ist auch eine Lesereise im Anschluss an den Wettbewerb. Die Gewinner des open mike werden im November 2011 nach Frankfurt, Zürich und Wien eingeladen. Der Gewinn des Lyrik-Preises umfasst außerdem eine Aufnahme für die Website www.lyrikline.org, der Internetplattform für zeitgenössische Dichtung in Originalton, Originaltext und Übersetzungen. Zudem nehmen alle Teilnehmer der Endrunde des open mike an einem Workshop im Februar 2012 teil, bei dem sie die Möglichkeit haben, mit erfahrenen Autoren und Lektoren an ihren Texten zu arbeiten und wertvolle Informationen für den Start in den Literaturbetrieb zu erhalten. Die Wettbewerbstexte erscheinen im November als Anthologie im Allitera Verlag.
Literaturwerkstatt
Sascha Reh erhält den Niederrheinischen Literaturpreis 2011
Sascha Reh bekommt für sein Romandebüt „Falscher Frühling“ (Schöffling & Co. Verlag) den mit 10 000 Euro dotierten Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld 2011 verliehen. Die Jury zeigte sich überzeugt vom hohen erzählerischen Niveau, von der Reflexionstiefe und der artifiziellen Komposition des Romans, der gleichwohl einen eingängigen Ton anschlägt. Eltern-Kind-Dramen der Wirklichkeit und Familiendramen des Theaters sind in diesem Roman einschmiegsam miteinander verflochten und reflektieren einander. Der gebürtige Duisburger Sascha Reh lässt spüren, dass mit ihm ein Psychologe und Therapeut auf der Grundlage fundierten Wissens und beruflicher Erfahrungen schreibt. Der perfekte Aufbau und die stilistischen Variationen, mit denen die verschiedenen Figuren charakterisiert werden, nehmen sich aus wie ein sehr gut gearbeitetes, komplexes Stück Musik, das wie ein leichter Ohrwurm daherkommt. Sascha Reh arbeitet mit seinem ungemein welthaltigen Roman die Widerspruchs strotzende, prekäre Situation von Familien am Anfang des 21. Jahrhundert auf, aber auch die Dilemmata der Theaterwelt und deren Wurzeln in den 1970er und 1980er-Jahren.
Sascha Reh ist 1974 geboren, hat Geschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Bochum und in Wien studiert. Er lebt mit seiner Familie seit 2008 in Berlin. Für seine Erzählungen „Tief stehen“ und „Das System Schablonski“ wurde er 2004 und 2008 mit dem Förderpreis zum Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet, 2005 mit dem Literaturpreis Prenzlauer Berg. Ein Stipendium im Literarischen Colloquium Berlin erhielt er 2007, 2009 ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Lukas/Arenshoop. Derzeit arbeitet Reh an seinem zweiten Roman, der das Auseinanderbrechen einer Bankiersfamilie in der Zeit nach der Finanzkrise behandelt. Der Niederrheinische Literaturpreis der Stadt Krefeld wird seit 1992 vergeben.
Die bisherigen Preisträger sind: 1992 Andreas Mand, 1993 Hubert Schirneck, 1994 Herbert Genzmer, 1995 Professor Dr. Werner Ross, 1996 Herbert Sleegers, 1997 Robert Steegers, 1998 Gisbert Haefs, 1999 Christoph Peters, 2000 Elke Schmitter, 2001 Ulrich Peltzer, 2002 Dieter Wellershoff, 2003 Anja Lundholm, Reinhard Kaiser, 2004 Burkhard Spinnen, 2005 Dieter Forte, 2006 Paul Ingendaay, 2007 Norbert Hummelt, 2008 Martin Heckmanns, 2009 Markus Orths, 2010 Dr. Reinhard Feinendegen, Dr. Hans Vogt.
Oberbürgermeister Gregor Kathstede wird Reh den Preis am 11. Dezember in der Krefelder Mediothek überreichen. Der Jury, die sich einstimmig für Sascha Reh entschied, gehören an: die Verlegerin Dr. Renate Birkenhauer, der Schriftsteller Peter Klusen, der Literaturkritiker Jens Dirksen, die Literaturwissenschaftlerin Waltraud Fröchte und – als „geborenes“ Mitglied – der Krefelder Kulturdezernent Roland Schiffer.
Stadt Krefeld
Arbeitsstipendien in Höhe von insgesamt 41.000 Euro hat die nordrhein-westfälische Landesregierung in diesem Jahr an Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Nordrhein-Westfalen vergeben. Aus 45 Bewerbungen wurden von einer Jury zehn Autorinnen und Autoren für die mit jeweils 4.100 Euro dotierten Stipendien ausgewählt: Gunther Geltinger aus Köln, Agnes Hammer aus Düsseldorf, Marjaleena Lembcke-Heiskanen aus Greven, Ruth Löbner aus Mönchengladbach, Jan Skudlarek aus Münster, Stefan Sprang aus Essen, Jan Stressenreuther aus Köln, Monika Walther aus Dülmen-Hiddingsel, Christoph Wenzel und Sigrid Zeevaert aus Aachen. Das Stipendium sei eine Auszeichnung, die zudem eine Empfehlung für die Geförderten bei Verlagen oder für Lesungen darstelle. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten bekommen jeweils 1.025 Euro für die Monate Juli bis Oktober dieses Jahres. Die Arbeitsstipendien des Landes Nordrhein-Westfalen sollen Schriftstellerinnen und Schriftstellern helfen, sich bei der Fertigstellung eines längeren Werkes ganz auf ihre künstlerische Tätigkeit zu konzentrieren.